Im Kloster St. Ursula in Brig wird gebetet, gearbeitet und - Radio gehört. Die beiden Audiozentralen im Hauptgebäude und im Anbau waren aber in die Jahre gekommen, Ersatzteile gab es kaum mehr und die Radioempfänger hingen noch am UKW-Band, das bekanntlich abgeschaltet wird. Höchste Zeit für einen Plan.
die Ausgangslage
Im Hauptgebäude arbeitete eine Modulationstechnik, die mehrere Programme über ein einziges zweiadriges Kabel überträgt - eine Spezialität, die man in dieser Form heute nicht mehr kaufen kann. Im Anbau hingegen waren die speziell angefertigten Hörstellen in den Zimmern noch jung und in gutem Zustand. Zwei Häuser, zwei Welten.
das Konzept
2020 habe ich für das Kloster ein technisches Konzept mit Sanierungsplan und Kostendach ausgearbeitet. Im Hauptgebäude setze ich auf eine Netzwerklösung: In jedem Zimmer ein formschöner Lautsprecher mit eingebautem Verstärker und eine Bedieneinheit in der Grösse eines Lichtschalters - lauter, leiser, ein, aus. Mehr braucht es nicht und alle können es bedienen. Strom und Ton kommen über ein einziges Netzwerkkabel (Power over Ethernet). Im Anbau bleiben die bewährten Hörstellen im Einsatz, die Zentrale wird aber komplett ersetzt und über das Netzwerk mit dem Hauptgebäude verbunden.
DAB+ statt UKW
Die Radioprogramme werden neu nur noch an einer Stelle empfangen - via DAB+ in der Zentrale des Hauptgebäudes - und über das Netzwerk im ganzen Haus verteilt, inklusive Anbau. Das vereinfacht die Handhabung und die Wartung. Und weil alle neuen Komponenten auf standardisierten Technologien basieren, ist das Kloster nicht mehr von einem einzelnen Hersteller oder einer einzelnen Installationsfirma abhängig.
der Handwerker
Ist-Zustand vor Ort aufnehmen, Architektur- und Elektropläne beschaffen, Verkabelungstopologie zeichnen, Produkte evaluieren, Handout schreiben und präsentieren - ein Planungsmandat, bei dem ich mit Respekt und auf leisen Sohlen durch die Gänge gegangen bin. Amen!